TW Computer Berlin
Wíe alles began

Meinen ersten Computer hatte ich mit 15 Jahren. Es war wohl im Herbst 1982, als mich ein Freund anrief und mir erzählte, er werde heute nachmittag bei jemandem einen Computer besichtigen. In meiner damaligen Vorstellung war ein Computer ein riesiger Schrank mit Datenbandspulen vorne dran - klar, dass ich mir die Besichtigung nicht entgehen lassen wollte. Kurz darauf standen wir dann vor einem Gerät in Schreibmaschinentastaturgröße und ließen uns das Wunderwerk vom stolzen Besitzer erklären. Viel verstanden habe ich nicht, aber allein die über den Bildschirm huschenden Zahlen und Buchstaben haben mich total begeistert - So ein Ding musste unbedingt her! 
Wir haben damals mit Freunden diesen Rechner mit Basic programmiert. Das waren die Anfangsjahre und die Begeisterung für "Computer" wurde schon damals zur Sucht!!! Der Sinclair hatte sagenhafte 1 KB Speicher und wurde über eine Folientastatur bedient.

1983 kaufte ich mir von Sinclair den Spectrum der hatte dann schon 48 KB Ram. Der Spectrum folgte dem ZX81 und war sicher ebenso erfolgreich, ohne allerdings im selben Maß zur Legende zu werden. Das Kochrezept war das gleiche: Billige Komponenten in ein billiges Gehäuse gesteckt und das ganze mit einem einfachen, aber alle Möglichkeiten offen lassenden Basic kombiniert - fertig war der Einsteigercomputer für all jene, die dem Homecomputermonopol von Commodore entgehen wollten und denen es nichts ausmachte, auf Tasten zu tippen, die problemlos auch als Radiergummis durchgegangen wären...

1984 habe ich mir den Atari 800XL gekauft. Der Atari 800XL kam zeitgleich mit dem 600XL im September 1983 auf den Markt. Er verfügte über einen Arbeitsspeicher von damals unglaublich großen 64 KB. Der 800XL war das Nachfolgemodell für den Atari 800. Er setzte sich schnell in Büros und Wohnzimmern durch. Allerdings: An die Verkaufszahlen seines größten Konkurrenten, dem Commodore 64, kam er nicht mal im entferntesten heran. Der C64 hatte einen beachtlichen Marktanteil von 75%. Die restlichen 25% mussten sich Atari, Sinclair, Apple und einige andere teilen. Ebenso wie beim kleinen Bruder 600XL wurde die Anzahl der Joystick-Ports von 4 auf 2 reduziert, und der 2. Modulschacht, wie er beim Atari 800 vorhanden war, fiel ebenfalls weg. Richtig gut verkaufte sich der 800XL erst nach der Übernahme Atari's durch den Ex-Commodore-Chef Jack Tramiel. Im Jahr 1984 wurden die Preise für die XL-Computer drastisch gesenkt. Nachfolger des 800XL wurden die Computer 65XE und800XE.

1985 konnte ich einen C64 mein Eigen nennen. 1982 wurde von Commodore der wohl erfolgreichste Heimcomputer aller Zeiten vorgestellt: der C64 (von Freaks liebevoll als "Brotkasten" bezeichnet). Weltweit wurde dieser Rechner über 10 Millionen mal verkauft (ca. 3 Millionen in Deutschland). Damit schlägt er sogar seinen erfolgreichen Vorgänger, den VC20.

Gründe für den Erfolg des C64 gibt es reichlich, vor allem die zum damaligen Zeitpunkt herausragenden Fähigkeiten des Rechners dürften die Basis dafür gelegt haben. Mit seinen 64 KByte war der Brotkasten speichermäßig den meisten Mitbewerbern überlegen, die Custom Chips VIC (Grafik) und SID (Sound) taten ein Übriges, da sie neue Möglichkeiten erschlossen, die kaum ein Computer dieser Preisklasse vorher bot (außer vielleicht der Intimfeind Atari ;-)). Besonders der SID ist bemerkenswert, da er einen vollwertigen, dreistimmigen analogen Synthesizer darstellt, an dessen Klang kaum ein anderer Soundchip heranreicht. Der VIC ist aber auch nicht schlecht, neben den beiden vorgesehenen Grafikmodi (320 x 200 in 2 Farben und 160 x 200 in 4 Farben) bietet er vor allem acht sehr flexible, unabhängige und leicht zu steuernde Sprites, was für Spiele natürlich ein enormer Vorteil ist.

Der Commodore 64 hat während seiner langen Lebensdauer einige Änderungen durchgemacht, was zu insgesamt mindestens sieben unterschiedlichen Versionen geführt hat.

Von 1982 bis 1986 wurde der C64 fast unverändert in seinem ursprünglichen Brotkasten-Design hergestellt, die Platine aller Rechner dieses Zeitraums ist praktisch identisch, ebenso die Software im ROM. Einzige Ausnahme sind die ersten beiden Modelle: Die Rev. 1 des Betriebssystems hatte einige schwerwiegende Fehler, die bei bestimmten Farbkombinationen oder Tastatureingaben für Hänger des Computers sorgten. Commodore hat sich dieser Fehler schnell angenommen - leider zu schnell, denn auch Rev. 2 ist nicht unbedingt fehlerfrei. Also wurde auch Rev. 2 flott wieder nachgearbeitet und durch die endgültige Rev. 3 ersetzt. Welche Version des Betriebssystems man besitzt, kann man einfach durch POKE 1024,1 nach dem Einschalten feststellen. Bei Rev. 1 taucht in der linken oberen Bildschirmecke der Buchstabe A in weiß auf, bei Rev. 2 gar nicht* und bei Rev. 3 (die große Mehrheit aller verkauften C64) ist das A dann hellblau. 

1987 habe ich mir dann einen Amiga 500 zugelegt!!! Hierbei handelt es sich um den meistverkauften Rechner aus der Amiga-Reihe. Das Gerät wurde für viele Computerfreaks zum Traumcomputer. Durch seine großartigen Eigenschaften in Sachen Grafik und Sound, aber auch wegen teilweise gravierender Stabilitätsprobleme des Betriebssystems war er bald als Spielecomputer verschrien, ein Ruf, den er leider bis heute nicht losgeworden ist. 

Der Amiga 500, der um 1986 etwa zeitgleich mit dem Amiga 2000 eingeführt wurde, teilte viele seiner Leistungsdaten mit diesem. Da die Zielgruppe jedoch der Heimbereich war, verzichtete man bei diesem Rechner auf das Desktopgehäuse und spendierte ihm stattdessen ein dem Commodore 128 ähnliches Outfit. Wie derAmiga 1000 und 2000 besaß der Amiga 500 eine MC68000 CPU, die mit 7,14 Mhz getaktet war. Seine Speicherausstattung betrug 512 KByte. Der Rechner war verglichen mit dem Amiga 2000 recht spärlich aufrüstbar, besaß aber doch einen Erweiterungsanschluß an der linken Seite und eine sog. Trapdoor-Erweiterung an der Unterseite. In dieser fand meist eine 512 KByte Speichererweiterung mit UhrPlatz. 

Die wohl meistgekauften Erweiterungen waren, neben der besagten Speichererweiterung ein zusätzliches Diskettenlaufwerk und Erweiterungen für den Expansionsport an der linken Seite, welcher übrigens mit dem des Amiga 1000 identisch, jedoch um 180° gedreht ist. Dieser Anschluss war bei vielen dieser Karten durchgeschleift, so dass man mehrere Erweiterungen anbauen konnte. Erhältlich waren Action- Replay-Module, Speichererweiterungen, Festplatten, Turbokarten und andere exotische Karten. Sogar ein CD-ROM-Laufwerk gab es, nämlich das A570

Die ursprünglich ausgelieferte Betriebssystem-Version waren Kickstart und Workbench 1.2. Ab ca. 1988 wurde der Rechner mit Version 1.3 ausgeliefert. Leider waren besonders die Version 1.2 und früher aufgrund des kurzen Entwicklungszeitraums teilweise noch instabil, es kam vor, dass man nach einem einfachen Tastendruck in einem Textprogramm einen bildschönen Systemabsturz provozierte. Zum Glück bekam Commodore dies mit Kickstart/Workbench 1.3 einigermaßen in den Griff. 

Wer den Rechner schonmal geöffnet hatte und sich wegen der Aufschrift "B52/ROCK LOBSTER" gewundert hat: Dies war der Entwicklungs-Codename des Amiga 500. Er ist eine Referenz auf den Song "Rock Lobster" der auf dem Debutalbum "The B52´s" der gleichnamigen Musikgruppe erschienen ist. 

1994 kam dann das Prunkstück für mich und ich legte mir den Amiga 1200 zu. Beim Amiga 1200, der Ende 1992 auf den Markt kam, handelt es sich, wie beimCommodore 64 und beim Amiga 500 um einen Tastaturcomputer. An Software wurde AmigaOS 3.0 mitgeliefert. Er war einer der wenigen Computer, bei denen Commodore "alles richtig gemacht hatte". Auf der Basis dieses Rechners entstand später die Spielkonsole CD³²

Die Gehäuseform ähnelt dem Amiga 600, wurde jedoch um ca. ein Drittel verbreitert, um Platz für die Standard-Amiga Tastatur und eine größere Platine zu machen. Wie im Amiga 4000 arbeitet im 1200er der AGA-Chipsatz, und auch sonst unterscheidet sich die Hardware nicht sonderlich. Als CPU verrichtet eine Sparversion des MC68020 mit 14 MHz ihren Dienst, der Speicherausbau beträgt 2 MByte Chip-RAM. Die Hauptplatine wurde mit der SMD-Technik hergestellt. 

Der Hauptunterschied zwischen dem 1200er und dem 4000er ist zum einen natürlich das Gehäuse und zum anderen die Erweiterbarkeit. Beim 1200er gibt es lediglich einen internen 150poligen Prozessorslot für Turbokarten und andere hardwarenahe Erweiterungen. Dafür besitzt er ebenfalls den schon vom Amiga 600bekannten PCMCIA-Slot. Dazu kommt noch ein interner 44poliger Anschluss für 2,5" IDE-Festplatten. Mit ein wenig Bastelei kann man aber auch 3,5" Festplatten einbauen, dazu muss aber die Abschirmung entfernt und das Gehäuse leicht modifiziert werden. Die Tastatur ist wie beim A600 über ein grünes Plastikflachbandkabel mit der Hauptplatine verbunden, welches allerdings nicht sonderlich flexibel und recht empfindlich ist, dies ist gerade für Bastler ärgerlich. Eine Besonderheit ist der sogenannte Uhrenport auf der Hauptplatine. Hier kann Spezialhardware angeschlossen werden, wie zum Beispiel ein Catweasel Floppycontroller. 

Bei sehr vielen Hardware-Erweiterungen ist das Standardnetzteil allerdings deutlich überfordert (spätestens wenn die Power-LED bei Plattenzugriffen flackert wird´s kritisch), ein stärkeres Ersatznetzteil ist dann dringend erforderlich um Stabilitätsprobleme zu vermeiden. 

Um die Erweiterungsproblematik und das Netzteilproblem zu umgehen, gab es, wie schon beim 500er, zahlreiche Towerumbausätze, die meist auch mit mehreren Zorro-II Steckplätzen bestückt waren. So kam man relativ günstig zu fast denselben Aufrüstmöglichkeiten eines vollwertigen 4000ers. Sollte man aber lediglich mehr CPU-Power oder ein CD-Laufwerk benötigen, kommt man auch mit den normalen Ausbaumöglichkeiten aus. Die Turbokarte kommt hierbei in den internen Prozessorslot und das CD-Laufwerk wird über den PCMCIA-Anschluss angeklemmt. Ich habe ihn dann noch in einen Micronictower eingebaut. D.h. die Platine wurde in ein Leergehäuse gebastelt und schon hatte man einen, von der Optik anzusehenden, PC. Das Leergehäuse kostete damals allerdings 500 DM!!! Das Gehäuse war ein Miditower aus Plastik welches man heute, allerdings aus Alu oder Blech für 30€, für jeden PC bekommt. Der Clou war halt, das die Originalplatine des A1200 in diesen Tower gepasst hat. 1995 habe ich mir dann eine PowerPC Karte gekauft. Da war ein E603 Risc Prozessor drauf, der die Geschwindigkeit eines PII 300 MHz Prozessors hatte. Die Karte hat 2500 DM gekostet. Der NachteiljQuery1830619331392692402_1399065216352? Es gab keine Software die diese Karte unterstützt hat. Wenn es welche gab, dann war sie richtig teuer, wurde aber durch den AGA Chipsatz, in Sachen Grafik, gebremst( Flaschenhalseffekt) 

1996 habe ich mir dann die erste "MS Dose" gekauft. Das war natürlich eine ganz schöne Umstellung. Die Workbench des Amigas, auf der man u.a. auch MacOS 8.0 simulieren konnte, war um Welten besser wie Win 98. Mein Gott!!!! Wie kompliziert!!! Die De- und Installation von Software wurde auf einmal zum Abenteuer!!! Leider, ich meine wirklich Leider wurde der Amiga in die "Spieleecke" gedrückt!!!! Aber, der PC hat nuneinmal den Vormarsch in Sachen HomePC gewonnen. So mußte ich mich natürlich ganz schön umstellen. Tja, ich habe mich dann in dieses System eingearbeitet und kann nun mit allen Systemen umgehen. Egal ob Win95, 98 Me, 2000, XP, Vista, Win7 oder dem aktuellen Betriebssystem Win8.1.  


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